30.09.2009 News
GKSS-Forscher untersuchen Membranen zur Stofftrennung
Die Teilnehmer des SELFMEM Kickoff-Meetings in Geesthacht.
Langfristiges Ziel der Forschung ist die Entwicklung bisher nicht vorhandener feinporiger Membranen mit neuen Eigenschaften, die Trennaufgaben in Medizin, Industrie und Umwelttechnik ermöglichen.
„Der medizinische Fortschritt könnte sicher vorangetrieben werden, wenn die Membranen fähig sind, biologische Moleküle, wie zum Beispiel Proteine oder DNA, zu selektieren“, sagt der SELFMEM-Projektkoordinator Prof. Dr. Volker Abetz.
Ließen sich zum Beispiel bestimmte Proteine oder Enzyme aus Flüssigkeiten trennen, so könnten Membranen gezielt zur Bekämpfung von Krankheiten oder zur Verbesserung von katalytischen Prozessen genutzt werden. Eine weitere Vision sind „schaltbare“ Membranen, deren Poren sich automatisch an besondere Gegebenheiten anpassen oder sogar eigenständig zwischen gleichgroßen Molekülen unterscheiden. Modernere maßgeschneiderte Membranen ermöglichen technische Fortschritte auch im Bereich der Gastrennung.
Bevor diese neuen Entwicklungen praktisch angewandt werden können, sollen die Struktur-Eigenschaftsbeziehungen von Blockcopolymer-Membranen im Projekt SELFMEM genauer untersucht werden. Erst dies wird deren systematische Umsetzung in die Technik ermöglichen.
Komplexität vieler Faktoren
Der Koordinator des Projekts: GKSS-Institutsleiter Prof. Dr. Volker Abetz
Um Meilensteine in der Forschung zu setzen, ist eine Zusammenarbeit in einem Netzwerk aus Wissenschaft und Industrie nötig. Es kooperieren bei diesem EU-Projekt mit einem finanziellen Gesamtvolumen von rund 5,2 Millionen Euro insgesamt zwölf Partner aus Europa, Israel und Kanada, die vom gegenseitigen Know-how profitieren. Das Netzwerk deckt das gesamte Forschungsspektrum von der Theorie über die Simulation, Herstellung und Charakterisierung der Membranen bis hin zur möglichen Entwicklung von Membranprototypen ab.
GKSS ist zuständig für die Herstellung der Blockcopolymer-Membranen und ihre Charakterisierung. Gleichzeitig finden hier die Koordination und das Management statt.
Die Beteiligten treffen sich am 01. und 02. Oktober auf dem Gelände des GKSS-Forschungszentrums in Geesthacht zum Kick-Off-Meeting, um erste Ideen auszutauschen.
Kontakt:
Prof. Dr. Volker Abetz
Institutsleiter des Zentrums für Membranen und Strukturierte Materialien, Geesthacht
Institut für Polymerforschung
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH
Telefon: +49 (0)4152 87-2461
Telefax: +49 (0)4152 87-2444
Heidrun Hillen
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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