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06.02.2009 News

Neues EU-Projekt FLYHY: Fluor soll Wasserstoffspeicherung optimieren

Fluor stärkt nicht nur Zähne und Knochen, sondern könnte künftig helfen, Wasserstoff in Metallhydridtanks leichter zu speichern. Ob mittels Fluor zum Beispiel die Betriebstemperaturen der Speicher gesenkt und den industriellen Anforderungen angepasst werden können, erforscht das von der EU geförderte Projekt FLYHY seit Beginn dieses Jahres. Koordiniert wird das Projekt von Dr. Klaus Taube am Institut für Werkstoffforschung des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht. Am 4. und 5. Februar fand das Kick-Off-Meeting auf dem Gelände des GKSS-Forschungszentrums in Geesthacht statt.

Metallhydridspeicher des GKSS-Forschungszentrums Metallhydridspeicher des GKSS-Forschungszentrums

Wasserstoff gilt als ein Energieträger der Zukunft. Dennoch sind viele Fragen der Speicherung ungeklärt. Ein mögliches Konzept ist die Speicherung in Metallhydriden. Im GKSS-Forschungszentrum Geesthacht haben die Wissenschaftler verschiedene Prototypen von Metallhydridtanks entwickelt, in denen konventionelle Raumtemperaturhydride sowie neuartige in Geesthacht entwickelte Leichtmetallhydride als Speichermedien dienen.

Metallhydridspeicher für Wasserstoff müssen für den Einsatz in mobilen Anwendungen mehrere Anfordungen erfüllen: Eine durchgehend hohe Speicherdichte, moderate Betriebstemperaturen, schnelle Lade- und Entladegeschwindigkeiten und niedrige Produktionskosten.

Die derzeit verfügbaren Speichermaterialien entsprechen diesen Erfordernissen bislang aber noch nicht.

Fluor senkt die Betriebstemperaturen: Ein Durchbruch?

Die in FLYHY durchgeführte Forschung hat dementsprechend das Ziel, neuartige Speichermaterialien zu entwickeln, die über hohe Speicherkapazitäten verfügen und gleichzeitig Arbeitstemperaturen aufweisen, die mit polymerbasierten Brennstoffzellen verträglich sind.

Vielversprechend scheint hierbei der Einsatz des Halogens Fluor. Die Idee besteht darin, einen kleinen Teil des gespeicherten Wasserstoffs durch Fluor zu ersetzen. Dadurch vermindert sich zwar die Speicherkapazität des Tanks ein wenig, jedoch sinkt ebenso die Betriebstemperatur des Speichers.

Erste Forschungsarbeiten, mit Fluor modifizierte Speichermaterialien zu entwickeln, haben bereits fruchtbare Ergebnisse erzielt und wurden zum Patent angemeldet. Allerdings ist umfangreiche Grundlagenforschung notwendig und der Weg zur Serienreife noch weit.
Beteiligt sind Wissenschaftler aus dem Institut für Werkstoffforschung des GKSS-Forschungszentrums, des Insitutt for Energieteknikk in Norwegen sowie der Aarhus Universitet in Dänemark.

Eine halbe Million Euro für GKSS-Wissenschaftler

Die Teilnehmer des Kick-Off-Meetings im GKSS-Forschungszentrum Die Teilnehmer des Kick-Off-Meetings im GKSS-Forschungszentrum

Diese Kooperation wird nun im Rahmen des EU-Projekts FLYHY ausgebaut.
Unter der Federführung des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht beteiligen sich neben den Forschern aus Dänemark und Norwegen Wissenschaftler aus Italien und Argentinien sowie ein mittelständisches Unternehmen aus Griechenland.

FLYHY - Fluorine Substituted High Capacity Hydrides for Hydrogen Storage at Low Working Temperatures - ist am 1. Januar dieses Jahres gestartet und hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2011.
Das Gesamtbugdet des GKSS-Forschungszentrums in diesem mit 2,1 Mio.€ von der EU geförderten Projektes beträgt mehr als eine halbe Million Euro.

weitere Informationen:

Link zur Projektseite FLYHY:

www.flyhy.eu


Informationen zur Wasserstoff-Technologie am GKSS-Forschungszentrum:

Multifunktionale Materialien für die Wasserstoff-Technologie


Artikel in der "unter uns", Ausgabe Dezember 2008, über die Entwicklung von Wasserstoffspeichern am GKSS-Forschungszentrum:

Artikel "GKSS baut größten europäischen Wasserstoffspeicher auf Basis von komplexen Hybriden"


Ansprechpartner

Dr. Klaus Taube

Institut für Werkstoffforschung

GKSS-Forschungszentrum Geesthacht

Telefon: +49 (0)4152 87-2541

Telefax: +49 (0)4152 87-2636

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