06.02.2009 News
Neues EU-Projekt FLYHY: Fluor soll Wasserstoffspeicherung optimieren
Metallhydridspeicher des GKSS-Forschungszentrums
Wasserstoff gilt als ein Energieträger der Zukunft. Dennoch sind viele Fragen der Speicherung ungeklärt. Ein mögliches Konzept ist die Speicherung in Metallhydriden. Im GKSS-Forschungszentrum Geesthacht haben die Wissenschaftler verschiedene Prototypen von Metallhydridtanks entwickelt, in denen konventionelle Raumtemperaturhydride sowie neuartige in Geesthacht entwickelte Leichtmetallhydride als Speichermedien dienen.
Metallhydridspeicher für Wasserstoff müssen für den Einsatz in mobilen Anwendungen mehrere Anfordungen erfüllen: Eine durchgehend hohe Speicherdichte, moderate Betriebstemperaturen, schnelle Lade- und Entladegeschwindigkeiten und niedrige Produktionskosten.
Die derzeit verfügbaren Speichermaterialien entsprechen diesen Erfordernissen bislang aber noch nicht.
Fluor senkt die Betriebstemperaturen: Ein Durchbruch?
Vielversprechend scheint hierbei der Einsatz des Halogens Fluor. Die Idee besteht darin, einen kleinen Teil des gespeicherten Wasserstoffs durch Fluor zu ersetzen. Dadurch vermindert sich zwar die Speicherkapazität des Tanks ein wenig, jedoch sinkt ebenso die Betriebstemperatur des Speichers.
Erste Forschungsarbeiten, mit Fluor modifizierte Speichermaterialien zu entwickeln, haben bereits fruchtbare Ergebnisse erzielt und wurden zum Patent angemeldet. Allerdings ist umfangreiche Grundlagenforschung notwendig und der Weg zur Serienreife noch weit.
Beteiligt sind Wissenschaftler aus dem Institut für Werkstoffforschung des GKSS-Forschungszentrums, des Insitutt for Energieteknikk in Norwegen sowie der Aarhus Universitet in Dänemark.
Eine halbe Million Euro für GKSS-Wissenschaftler
Die Teilnehmer des Kick-Off-Meetings im GKSS-Forschungszentrum
Diese Kooperation wird nun im Rahmen des EU-Projekts FLYHY ausgebaut.
Unter der Federführung des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht beteiligen sich neben den Forschern aus Dänemark und Norwegen Wissenschaftler aus Italien und Argentinien sowie ein mittelständisches Unternehmen aus Griechenland.
FLYHY - Fluorine Substituted High Capacity Hydrides for Hydrogen Storage at Low Working Temperatures - ist am 1. Januar dieses Jahres gestartet und hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2011.
Das Gesamtbugdet des GKSS-Forschungszentrums in diesem mit 2,1 Mio.€ von der EU geförderten Projektes beträgt mehr als eine halbe Million Euro.
weitere Informationen:
Multifunktionale Materialien für die Wasserstoff-Technologie
Artikel "GKSS baut größten europäischen Wasserstoffspeicher auf Basis von komplexen Hybriden"
Ansprechpartner
Dr. Klaus Taube
Institut für Werkstoffforschung
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
Telefon: +49 (0)4152 87-2541
Telefax: +49 (0)4152 87-2636
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